Antworten auf Fragen und Beschuldigungen, die mir immer wieder begegnen

Warum beleidigen Sie unseren Glauben?
Ich greife keinen Glauben an und beleidige keine Religion, ich kritisiere sie. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Ich fordere die Menschen auf, ihr wichtigstes Organ zu nutzen: Ihr Gehirn. Meine Kritik soll die Menschen befreien aus Angst oder zu Liebe zu Allah zu handeln. Der Mensch kann nachdenken, erwägen und entscheiden, er kann sich davon befreien, der „Untertan“ Allahs zu sein, er kann sich befreien von der Furcht vor Hölle, Hilflosigkeit, Unwissenheit. Darin will ich die Menschen mit meiner Kritik unterstützen. Der Mensch kann auch moralische Werte haben, ohne Untertan Allahs zu sein. Und wenn er Schwierigkeiten hat, dies zu vollziehen, so biete ich ihm das Grundgesetz, die Verfassung an. Er braucht sich nur daran zu halten. Diese berücksichtigt auch die Menschenrechte. Da die Religionskritik in den islamischen Gesellschaften weitgehend abgelehnt wird und sie dafür nicht offen sind, interpretieren Sie meine Kritik als Angriff und greifen mich auch persönlich als Mensch an. Sie schreiben Mails oder beleidigen mich und andere Ex-Muslime auf ärgste und versuchen mir Furcht einzujagen. Eine demokratische Gesellschaft zeichnet sich jedoch aus, durch die Offenheit und durch Kritik und Diskussion über alle gesellschaftlich wichtigen Theorien, Thesen und Glauben führen zu können; auch über religiöse Werte und diese Religion tragenden Personen. Aber, anscheinend haben sie Ihr Leben auf das Religiöse gebaut und empfinden meine Kritik so, als ob ich Ihnen den Grund und Boden nehmen würde, als ob ich ihr Leben angreifen würde. Sie aber sind, so vermute ich, Migranten wie ich. Wir sind in diese Gesellschaft gekommen, freiwillig. Wir bleiben freiwillig hier. Die geistigen und persönlichen Freiheiten hierzulande sind eine Errungenschaft von jahrhundertelangen Kämpfen der Menschen in Europa. Sie haben kein Recht dies einzuengen. Zugegeben, die Demokratie in Deutschland ist sozusagen sinnbildlich ein „Geschenk“ gewesen, aber umso wertvoller ist dieses Geschenk und muß gelebt, ausgekostet, gehütet werden wie ein kostbares zerbrechliches wertvolles Porzellan. Abgesehen davon kann weder eine Ideologie, noch eine Religion beleidigt werden. Das ist nicht möglich. Beleidigt werden können Lebewesen wie Menschen, die Gefühle haben. In der Türkei gibt es den Spruch, „Wie die Mutter, so die Tochter“ ich denke, dass dies auch auf die Religion und auf Sie anonyme Schreiber angewendet werden kann. „Wie der Glaube, so die Gläubigen.“

Warum beleidigen Sie unseren Propheten, warum sprechen Sie unseren Propheten Mohammed nur als Mohammed an?
Das Wort „Hazreti“, das Mohammeds Namen vorangestellt wird, drückt die Achtung und die Ehrerbietung, bzw. Respekt aus und wird von Untertanen (Muslimen) praktiziert. Das Wort Prophet wird dem Namen Mohammed von denjenigen vorangestellt, die glauben, dass er ein Prophet ist. Da ich weder Untertan (Muslimin) bin, noch glaube dass Mohammed ein Prophet ist, brauche ich diese Ausdrücke nicht zu benützen. Es kann auch umgekehrt gedacht werden. Auch Christen in diesem Land könnten Ihnen vorwerfen, dass Sie ihr Glauben, Gott und Jesus „beleidigen“, weil sie diese Religion nicht akzeptieren, weil Sie Jesus als Prophet anerkennen nicht aber wie es das Christentum sieht, als Gottes Sohn. Sie engen ihre Freiheit Karikaturen zu gesellschaftlich relevantem Thema Islam zu veröffentlichen ein. Ein Gott, der sich durch eine Karikatur oder Kritik beleidigen lässt, kann nicht allmächtig sein. Der Beleidigte erklärt, ob er beleidigt ist. Auch ich kann mich beleidigt erklären. Seltsam ist, dass dieselben Untertane (Muslime) nicht beleidigt sind bei Ungläubigen zu arbeiten und zu leben. Wenn es aber um die Freiheiten hier geht, dann sind sie beleidigt. Ich werfe keine Steine auf Botschaften, nur weil die Länder, die sie repräsentieren, die Menschenrechte nicht akzeptieren, sondern nur Allahs Rechte an seine Untertane, d.h. Gläubige.

Sie sind gottlos, haben Sie keine Werte, keine Moral?
Doch, ich habe Werte. Die Grundlage meiner Moral besteht aus dem kategorischen Imperativ. „ Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Meine Werte basieren auf die Liebe zum Menschen, zur Natur, Kunst, Literatur, Humor, Liebe, Freundschaft, nur um einige zu nennen. Um über einen Moralkodex zu verfügen, muß ich nicht an eine Religion glauben. Ich kann auch ohne einen Glauben mir und den Menschen, der Gesellschaft nützlich sein und über Moralkodexe, die ich daraus ableite, verfügen. Ich muß mich nicht vor der Hölle Mohammeds fürchten, um ein guter Mensch zu sein. Die kathegorische Imperative und die Liebe zum Mensch und Natur reichen völlig aus, um eine humane Gesellschaft zu bilden.

Werden Sie von Juden und Christen geleitet, geführt? Schlafen Sie mit Juden und Christen? Wer bezahlt Sie?
Der Mensch muß nicht „geleitet, geführt“ werden. Ein Esel oder ein Tier, der nicht selbstständig denken kann, kann geleitet werden; nicht aber der Mensch. Er kann selbst leiten, er kann seine eigene Richtung festlegen. Natürlich brauchen wir Menschen, Regeln, um miteinander leben zu können. In Deutschland werden diese Regeln vom Grundgesetz, von der Verfassung gesetzt. Früher gab es Menchen, die sich zu Gott oder Gottes Botschafter erklärten, und Regeln zum Miteinander leben festlegten. Heute heißen diese Menschen oft „Guru“. Ihre Religion, Islam setzte sich als „Religion“, nach Christentum und Judentum durch und das nicht nicht friedlich sondern, mit der Kraft des Krieges, der Gewalt. Ihre Bosheit den Juden und den Christen zu unterstellen Menschen wie mich zu zu führen, zu lenken hat seine Ursache in ihrem Glauben, dem Islam. Denn: Während Mohammed in den ersten Jahren seiner Propheterie freundlich zu Juden und Christen war, wurde er, als er verstand, dass sie ihn nicht akzeptieren werden, feindlich. Dies kostete insbesondere vielen jüdischen Stämmen das Leben. Einige jüdische Frauen wurden nach der Ermordung ihrer Ehemänner in seinen Harem aufgenommen. Islam ist Judenfeindlich und Christenfeindlich und bleibt es, solange Sie nicht den Koran nehmen, lesen und die feindlichen Verse in Frage stellen. Diese Gesinnung bringt Sie dazu, mir zu unterstellen, dass ich von Juden und Christen geleitet, geführt werde. Ihre Unterstellung, dass ich die Aufklärung fordern und einleiten würde, weil ich mit Juden und Christen sexuell verkehre, zeigt lediglich IHRE wahre Gesinnung, IHRE wahre Meinung über Frauen, die denken können; Ihre Meinung über Frauen, die ihr Gehirn benützen; IHRE Reduzierung der Frau auf ihr Geschlecht! Schließlich und endlich die Frage: Wer bezahlt Sie? Niemand. Ich bin nicht käuflich.

Was haben Sie davon?
Es gibt nichts Schlimmeres als das kleingeistige Kraemergutdünken. Was nützt mir das? Was bekomme ich dafür? Sollen doch die anderen tun. Bin ich der einzige Mensch? Was habe ich davon? Das ist die Gesinnung, die dem Vers 60, Sure Al – Tauba zugrunde liegt. Sure Al-Tauba, vers 60 ist die Grundlage dieser Frage bzw. dieser Gesinnung. Dort wird erklärt, wer für welche Tätigkeit eine Belohnung, bzw. Almosen bekommt: „diejenigen, die für die Sache des Islam gewonnen werden sollen, …für den heiligen Krieg (den Weg Gottes) und für den, der unterwegs ist, der dem Weg Gottes gefolgt und dadrurch in Not gekommen ist…“ Dieser Kosten-Nutzen-Mentalität stelle ich das das Solidaritätsprinzip entgegen, das einer der Grundlagen des menschlichen Daseins ist.

Stimmt es, das Frauen nur mit Erlaubnis des Ehemannes ins Paradies dürfen?
Ja, die Grundlage bildet die allgemeine Stellung der Frau im Koran und der Scharia, in der die Frauen zum absoluten Gehorsam gegenüber dem Mann und zur absoluten züfriedenstellung des Mannes verpflichtet werden. Diese „Weisheit“ steht allerdings nicht explizit im Koran, sondern auch in den Überlieferungen: Riyazü´s Salihin Band I, Seite 326 Ausgabe in Türkisch, Überlieferungen von Ümmü Seleme, eine der vielen Frauen Mohammeds: „Eine muslimische Frau kann dann ins Paradies, wenn ihr Mann mit ihr vollends zufrieden (sexuell und im Allgemeinen ist gemeint) war.“ Siehe auch Gazali, Band II, Seite 148 (Ausgabe in Türkisch) „ Wie man sieht, hat Gottes Gesandter den Gehorsam der Frau ihrem Mann gegenüber als eine Bedingung des Islam angegeben“, Gazali, 1975, Band 2, Seite 72-74, siehe auch Gazali, Ausgabe 1975, Band II, Seite 155-156)

 

Arzu Toker